Okey-Tastenfestival 2025


Beim OKEY-Tastenfestival waren wir in diesem Jahr vom 16. bis 19.10. mit einer B3 (mit zwei Leslies) und einer A100 zum vierten Mal dabei. Mit von der Partie waren auch in diesem Jahr wieder Wolfgang Uhl und Carsten Meyer von Uhl-Orgeln/Keyboard-Partner.

Unsere Präsentation im 5. Stock des Zweibrücker Hofes fand wieder guten Zuspruch, und viele Besucher ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, an einer richtigen HAMMOND in die Tasten zu greifen, unter anderem Michael Falkenstein und Jean Martyn, die wie schon im Vorjahr im Festival-Programm eingeplant war und bei uns auch in diesem Jahr wieder mit ihrem virtuosen Spiel und ihrer Spielfreude begeisterte. Auch die mittlerweile 11-jährige Verenice Heitsch war wieder dabei und spielte auf der A100; ihre Freude an der HAMMOND war ungebrochen. Etwa im gleichen Alter muß ein Junge gewesen sein, der mit seiner großen Schwester gekommen war, sich an die A100 setzte und sich auch sehr für die Technik interessierte. Auch etlichen anderen Besuchern konnten wir anhand eines seitlich aufgehängten Demonstrations-Generators die elektromagnetische Tonerzeugung der HAMMOND erklären. Großes Interesse fanden auch die ausgelegten Clubzeitschriften, in denen manche Besucher sehr ausgiebig geblättert und gelesen haben.

Einen überaus interessanten Workshop hat Wolfgang Roggenkamp an der B3 über Baß-Linien und -Spieltechniken gehalten hat. Der Workshop ist auf Video aufgenommen worden und steht inzwischen auf Youtube.

Ein fragloser Höhepunkt des Tastenfestivals war das Konzert, das Wolfgang Roggenkamp zusammen mit dem Schlagzeuger Marcel Wasserfuhr gespielt hat. Sie eröffneten mit „Bouncin,“ gefolgt von dem groovenden Walzer „Wolf‘s Walz.“ Beide Kompositionen stammten wie auch sonst der größte Teil des Konzertprogramms aus Wolfgang Roggenkamps Feder. In seinem schleppenden, rhythmisch interessanten „Old Stuff“ brachte er die ganze klangliche Vielfalt der HAMMOND zur Geltung. Das lebhafte „Wolke 7“ war, wie er anmerkte, eine autobiographische Reminiszenz an eine Jugendliebe. „Times gettin‘ tougher than tough:“ ein alter Standard mit (in unseren immer rauheren Zeiten) unvermindert aktueller Aussage. Zwei Stücke des großen Jimmy Smith hatte das Duo im Programm. Wolfgang führte kurz die typische Jimmy-Smith-Registrierung vor, darauf folgte das rasante „Ready n able,“ in dem er und Marcel Wasserfuhr gleichermaßen solistisch brillierten. Ein wenig später dann der vielfach gecoverte Jimmy-Smith-Klassiker „The cat.“ Ein besonderes Klang-Erlebnis war das mehrminütige Orgel-Intro zu „When I grow too old to dream,“ dem Bekenntnis zu einer großen Liebe: sanft und leidenschaftlich, ständig wechselnde Motive und Klangfarben, Gedanken und Gefühle, zaghaft und zuletzt forsch, bis Gesang und Schlagzeug zum Beginn des Stückes selbst einsetzen: eindrücklicher kann man eine Liebeserklärung musikalisch nicht gestalten. Wolfgang Roggenkamps Musik besticht durch ihre Vitalität, Virtuosität und Spielfreude und mancherlei klangliche und rhythmische Finessen. Marcel Wasserfuhr war ihm dabei in Herdecke ein idealer musikalischer Partner. Es war eine Freude, sie zusammen live zu erleben.