Clubtreffen 2025 Mantel


Ein kleines, aber feines Vereinstreffen fand am Samstag, den 11.10.2025 in Mantel/Oberpfalz statt. 20 Mitglieder hatten sich dort zum diesjährigen Herbsttreffen eingefunden, das unser Mitglied Michael Bertelshofer ausgerichtet hatte.

In der Mitgliederversammlung berichtete der Vorstand über die Erledigung von Arbeitsaufträgen zurückliegender Mitgliederversammlungen. Am Nachmittag stellte der Vorsitzende Johannes Doering mit Videos und Audios den spanischen Organisten Enrique Valdivieso aus Granada vor. Valdivieso hat der HAMMOND im spanischen Jazz den Weg bereitet. In seiner Musik spürt er im Jazz-Kontext den kulturellen Wurzeln seiner andalusischen Heimat nach, zu denen auch die prägenden Einflüsse der jahrhundertelangen maurischen Herrschaft im Mittelalter gehören. Programmatisch hierfür ist sein Album „Pájaro Negro“ (1988), zu Deutsch: schwarzer Vogel. Es bezieht sich auf den Musiker und Kulturrevolutionär Abul-Hasan Alí Ibn Nafí, der im 9.Jahrhundert am Hof des Emirs von Córdoba gewirkt hat. Den Namen „Ziryab“  -  zu Deutsch „Amsel“  -  hat man ihm dort gegeben, weil man sich durch seine dunkle Haut und seine schöne Stimme an die Amsel, den schwarzen Vogel mit dem schönen Gesang, erinnert fühlte. Aus „Pájaro Negro“ stellte Johannes Doering die „Ziryab Suite,“ „Granada,“ „Moros y Cristianos,” „Santa Fe” und „Sevilla“ vor und erzählte dazu von damit in Verbindung stehenden Ereignissen der spanischen Geschichte. Den musikalischen Eindruck vertiefte er während der Musik mit Bildern der Moschee-Kathedrale von Córdoba, der Alhambra von Granada und der Kathedrale, dem Alcázar und der Altstadt von Sevilla.

Ein beeindruckendes abendliches Konzert des Quartetts Michael Bertelshofer & Friends bildete den Abschluss des Treffens. Mit Michael Bertelshofer spielten drei hervorragende Musiker, die sich in verschiedenen Formationen in der Region einen Namen gemacht haben: die Sängerin Karin Holz, der Gitarrist und Bassist Matthias Amm und der Schlagzeuger Wolfgang Bitterer.

Das Quartett begeisterte mit stilistischer Vielseitigkeit, facettenreichen Arrangements, Dynamik, instrumentaler Virtuosität und einem ausdrucksstarken Gesang. Das Konzertprogramm umfasste Musik aus mehreren Jahrzehnten. Hat man etwa „What a wonderful world“ mit der samtig-rauhen Stimme von Louis Armstrong im Ohr, so war es jetzt mit der klaren Stimme von Karin Holz ein ganz ungewohnter Hör-Genuss, von vielfarbigen Klanggemälden der Orgel begleitet und mit einem einfühlsamen Gitarrensolo. Sowohl „Cheek to cheek“ (1935) als auch „Route 66“ (1946) sind oft gecovert worden  -  Michael Bertelshofer & Friends haben sie in der Version der allzu früh verstorbenen Eva Cassidy (1963-1996) vorgetragen. Nat King Coles swingendes „Love“ erklang in der Version seiner Tochter Natalie Cole  -  mit einem der vielen mitreißenden Orgel-Soli, die Michael Bertelshofer an diesem Abend gespielt hat. Mit „Lady be good,“ „Honeysuckle Rose“ oder „How high the moon“ waren weitere Swing-Klassiker im Programm. Eindrücklich war der kunstvoll interpretierende Gesang von Karin Holz in dem Spiritual „Wade in the water.“ Richtig krachen ließ es die Band mit dem Focus-Klassiker „Sylvia,“ „Hount Dog“ mit Matthias Amms rockigem Gesang und Gitarrensolo oder Elvis‘ letztem großen Hit „Burning Love.“ Brasilianisch wurde es mit Walter Wanderleys „Summer Samba“ und ruhig-besinnlich mit „Don’t make it my“ und am Ende mit „Let it be me.“ Mit „What a wonderful world“ könnte man das ganze Konzert überschreiben: Musik mit einer ungemein positiven Ausstrahlung, dargeboten durch vier Musiker, die bestens miteinander harmonierten. Zu einer Zugabe ließen sie sich nicht lange bitten: in Elvis Presleys 6/8-Ballade „Can’t help falling in love“ forderten sie die Zuhörer zum Mitsingen des immer wiederkehrenden „Falling in love with you“ auf und beendeten damit einen wunderbaren Konzertabend.