Clubtreffen 2024 Unna


Am Samstag, den 27. April 2024 haben sich 24 Mitglieder des HAMMOND Nostalgie Club e. V. zum Frühjahrstreffen im westfälischen Unna eingefunden. Es fand im Atelier des Kulturzentrums Lindenbrauerei statt. Herzlichen Dank an das Team der Lindenbrauerei für die entgegenkommende kooperative Zusammenarbeit!

Im Workshop nach der Mitgliederversammlung behandelte unser stellvertretender Vorsitzender Harald Spies, einer unserer erfahrensten HAMMOND-Techniker, Fragen, die ihm Teilnehmer des Treffens zu technischen Problemen mit ihren Orgeln vorab eingeschickt hatten. Das erste Thema waren die Basspedale der M3 (und anderer Spinett-Modelle). Harald Spies erklärte anhand eines mit dem Beamer an die Wand projizierten Schaltplans, wie die Erzeugung des Basses bei den Spinett-Modellen der M-Serie funktioniert, worin dabei die Unterschiede zu den großen Konsolen liegen, warum die M-Orgeln von Haus aus einen Stringbass besitzen und die Konsolen nicht, und schließlich, wo mögliche Fehlerquellen liegen und wie diese sich äußern. Der zweite Themenkreis betraf die Möglichkeiten, über Line-Out ein Effektgerät (z. B. zur lautstärkeunab­hängigen Verzerrung) zwischen Orgel und Leslie einzuschleifen. Anhand des Schaltplans zeigte Harald Spies, wie der AO28-Vorverstärker aufgebaut ist, welche Signalpegel an den äußeren Lötpins anliegen und welche Möglichkeiten es gibt, Effekt­geräte in den AO28-Preamp oder zwischen Orgel und Leslie einzuschleifen.

Ein besonderes Konzert-Erlebnis bot am Abend TripTych, das Fusion-Trio unseres Vorsitzenden Johannes Doering (Hammond A100 / Leslie 145) mit Siegfried Hiltmann (Saxophon) und Kay Siepmann (Schlagzeug und Soundeffekte). Sie spielten Jazzkompositionen, Rock-Klassiker, Werke moderner südamerikanischer Komponisten und mit Eric Saties „Gnossiennes“ einen Klassiker des frühen 20.Jahrhunderts. Von einem mehrjährigen Aufenthalt in Buenos Aires hatte Siegfried Hiltmann etliche hierzulande völlig unbekannte Stücke mitgebracht, so das in einem schnellen 11/8-Takt gesetzte flammende „El Fuego“ oder das ruhig schreitende „El Andador.“ Beim extrem ruhigen „El Tiempo de la Tortuga“ legte Kay Siepmann die Schlagzeugstöcke zur Seite und bediente Ocean-Drum, Windpfeife u.a.m.. Mit einem wummernden Bass ging es bei Billy Cobhams „Stratus“ nach vorn und bis an die Grenze des Atonalen. Frech und munter kam John Scofiels „Jeep on 35“ daher. Träumerisch stimmungsvoll wurde es mit Manu Katchés „Senses.“ Einen ausgesprochen hymnischen Charakter hatte „The Grass is greener“ aus der „Valentine Suite“ von Colosseum. Mit ihren Bearbeitungen verlieh TripTych allen Stücken einen ganz eigenen Charakter, wobei Johannes Doering die ganze klangliche Vielseitigkeit der HAMMOND zum Einsatz brachte und auch ungewohnte Registrierungen verwendete. Am Ende des Konzerts verlangte die Zuhörerschaft lautstark nach einer Zugabe. Ein Wunsch, den TripTych mit „Hottentot“ (Keith Jarrett) und „Palhaço“ (Gismonti/Carneiro) gern erfüllte.

TripTych

diverse

Auszüge aus Peaches III (F. Zappa), El Fuego (N. Posse), Senses (M. Katché), Long as you know you´re living yours + My Song (K. Jarrett), Stratus (B. Cobham), Palhaco (E. Gismonti)